SA 03.12. – SO 04.12.2016 | Achtsamkeit und Leerheit – Eine Einführung in die Welt Nāgārjunas. Ein Workshop mit Christof Spitz

Die Vergegenwärtigung der Leerheit ist die höchste Form der Achtsamkeit, sagt S.H. der Dalai Lama. An diesem Wochenende wollen wir uns unter der Leitung von Christof Spitz in die von Nāgārjuna begründete Philosophie des Mittleren Weges vertiefen. Wir werden ausgewählte Verse seines Hauptwerks, „Grundverse zum Mittleren Weg“, gemeinsam lesen, darüber diskutieren und meditieren.
 
Am Anfang steht eine historisch-ideengeschichtliche Einordnung und eine Einführung in die Philosophie der Leerheit. Christof Spitz wird wichtig Begriffe erklären: das Objekt der Verneinung, den Substanzbegriff, die Zwei Wahrheiten.
 
In kleineren Gruppen werden wir uns dann mit Fragen beschäftigen, die sich aus den Inhalten ergeben: Was genau bedeutet die Leerheit, wovon sind die Phänomene leer? Was ist der Unterschied zwischen Relativität und Relativismus? Und was haben Nāgārjunas Lehren uns heute zu sagen, wenn wir den Buddhismus in den Westen überliefern wollen? Anregungen der Teilnehmer werden gern aufgegriffen.
 
Die Philosophie wird im Buddhismus nicht als Selbstzweck unterrichtet, sondern ist Teil des Weges zum Erwachen. Christof Spitz wird zur Meditation über die Leerheit und das Gleichsetzen von Selbst und anderen anleiten. Denn nur durch die Achtsamkeit, das stetige Einübung, können wir das massive Greifen nach „Ich“ und „Mein“ und den Absolutheitsanspruch unserer Wahrnehmungen und Konzepte langsam schwächen und uns öffnen für eine andere Dimension der Wirklichkeit.
  

Christof Spitz, 1955 geboren, ist Buddhismus-Lehrer und  Tibetisch-Übersetzer, u.a. für den Dalai Lama. Er studiert und praktiziert seit 1979 Buddhismus und war 13 Jahre Mönch. Zusammen mit seinem tibetischen Lehrer Geshe Thubten Ngawang, der von 1979 bis 2003 das Tibetische Zentrum e.V. in Hamburg leitete, hat er das Systematische Studium des Buddhismus konzipiert. Er hat u.a. Seminare gegeben zum Thema Geistesschulung oder zur buddhistischen Philosophie der Substanzlosigkeit.

Als Leiter des Tibetischen Zentrum setzte er sich für einen verstärkten Austausch buddhistischer Traditionen mit der Wissenschaft ein. In Kooperation mit dem Zentrum für Buddhismuskunde der Universät Hamburg organisierte das Tibetische Zentrum unter seiner Leitung den Internationalen Kongress Achtsamkeit 2011 in Hamburg. Er ist Mitherausgeber des Buches: „Achtsamkeit: Ein buddhistisches Konzept erobert die Wissenschaft“, das in der Folge Kongresses publiziert wurde.

Christof Spitz hat sich seit vielen Jahren mit der Philosophie Nāgārjunas beschäftigt und im Tibetischen Zentrum Hamburg in einem mehrjährigen Kurs den Kommentar Tsongkhapas zu den „Grundversen“ unterrichtet.
 

Aufgrund seiner über 30-jährigen Erfahrungen mit dem Tibetischen Buddhismus widmet er sich heute unter anderem kritisch der Frage, welche Anteile dieser Tradition für die Menschen im Westen in der heutigen Zeit relevant sein können. Aus diesem Anliegen hat er 2013 das „Netzwerk Ethik heute“ mitbegründet, in dem er sich für ein säkulares Weisheitstraining sowohl konzeptuell als auch als Referent engagiert. 

 

Zeiten:
SA 03.12. – SO 04.12.2016
SA 10.00–13.00 & 14.30 – 18.00 Uhr
SO 10.00–13.00 Uhr

Kursleiter: Christof Spitz

Raum: Meditationsraum 1
Sprache: Deutsch
Kosten: 65 €, ermäßigt 40 €
Anmeldung: keine Anmeldung nötig!

Download: Poster A4 (PDF)