FR 13.5. – MO 16.5.2016 | Maitrīpas (986-1063) Madhyamaka des “Nicht-gegründet-seins” (Apratiṣṭhāna) mit Prof. Dr. Klaus-Dieter Mathes

Die Madhyamaka-Philosophie des Nicht-gegründet-seins hat die grundlegende Überwindung einer jeglichen konzeptionellen Bestimmung der Wirklichkeit zum Ziel. Dies erreicht man durch die systematische Widerlegung unserer gängigen Vorstellungen von uns selbst und der uns umgebenden Welt. Mit der sich daraufhin einstellenden Einsicht ausgestattet, dass es im Grunde überhaupt kein gültiges Modell der Wirklichkeit geben kann, zieht man dann seine Aufmerksamkeit (amanasikāra) von der auf falschen Projektionen beruhenden Zweiheit eines wahrzunehmenden Objekts und wahrnehmenden Subjekts ab.

Dieser Prozess geht einher mit einem Aufscheinen der lichthaften Natur der Wirklichkeit, die einem in einer die Dualität überschreitenden Realisation zuteil wird (und nicht durch ein auf Vorstellungen beruhendes Modell). Im Tattvadaśaka („Die zehn [Verse] über die Realität“) wird diese Realisation  auch „lichthafte Selbst-Einweihung“ genannt. Für Maitrīpa ist daher auch ein Madhyamaka-System vortrefflich, das auf selbst-erkennendem Gewahrsein beruht. Letzteres ist aber, so werden wir gewarnt, nicht ontologisch zu verstehen, es entsteht in Abhängigkeit so wie alles andere auch.

In dem Wochenendseminar werden wir die vorwiegend philosophischen Werke aus Maitrīpas Amanasikāra-Zyklus kennenlernen. Das sind die Tattvaratnāvalī („Die Juwelengirlande der Wirklichkeit“), der Amanasikārādhāra („Rechtfertigung vorstellungsfreier Realisation“) sowie der Tattvadaśaka und der Kommentar dazu von Maitrīpas Schüler Sahajavajra.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Mathes arbeitet als Tibetologe an der Universität von Wien. Derzeit konzentriert sich seine Forschungsarbeit auf die indischen Ursprünge der tibetischen Mahāmudrā-Traditionen. Die Doktorwürde wurde ihm von der deutschen Universität Marburg verliehen für seine Studie zu einer der fünf Abhandlungen Maitreyas, dem Dharmadharmatāvibhāga (eine feinsinnige Analyse der Unterscheidung von gewöhnlicher phenomenaler Welt und wahrer Natur dieser Phänomene). Nach seiner Habilitation wurde Klaus-Dieter Mathes von der Universität in Wien als Gastprofessor an das Institut für Tibetische und Buddhistische Studien eingeladen für die Zeiträume Oktober 2004 bis Juni 2005 (Wintersemester 04/05 und Sommersemester 05) sowie April bis Juni 2006 (Sommersemester 06). Er ist Autor des Buches „A Direct Path to the Buddha Within“.

Zeiten:
FR 13.5. – Mo 16.5.2016
FREITAG: 19.30 – 21.30 Uhr
SA, SO, MO: 11-13 Uhr und 15-17 Uhr

Kosten: Auf Spendenbasis (Dana-Prinzip)

Anmeldung: nicht erforderlich.

Neue Buch Veröffentlichung:
A Fine Blend of Mahāmudrā and Madhyamaka
Maitrīpa`s Collection of Texts on Non-conceptual Realization (Amanasikāra)
von Prof. Dr. Klaus-Dieter Mathes

Weitere Links:
https://science.apa.at/rubrik/kultur_und_gesellschaft/Wertvolle_Tibet-Geschichte_bewahren/SCI_20160111_SCI39431352627575672 


Poster:

Poster