SO 19.8.2018 | »Nicht alles ist Karma: Karma und wechselseitig bedingtes Entstehen« mit Tenzin Peljor

»Karma« ist ein Begriff aus dem Sanskrit und heißt übersetzt »Handlung«. Handlungen können auf geistiger, sprachlicher oder körperlicher Ebene, den sogenannten »drei Toren«, ausgeführt werden. Im 4. Kapitel des Abhidharmakosha erklärt Vasubandhu, ein indischer Meister aus dem 4. Jahrhundert, in Versform:

Die verschiedenen Welten werden durch Handlungen erzeugt.
Diese sind Absicht und das, was durch Absicht hervorgebracht wird.
Absicht ist geistige Handlung,
Das durch Absicht Hervorgebrachte sind Handlungen von Körper und Sprache.

Der mentale Faktor »Absicht« schafft Karma. Entscheidend für das Karma, das angesammelt wird, ist letztlich Absicht. Der mentale Faktor »Empfindung« erfährt das Reifen karmischer Handlungen in der Form angenehmer, unangenehmer oder neutraler Empfindungen.

Der Begriff Karma wird im Westen meist für die Resultate von Handlungen verwendet. Manchmal auch für die Eindrücke oder Potenziale, die Handlungen im Bewusstsein hinterlassen und die, wenn alle Bedingungen zusammenkommen, als »mein Karma« reifen. Wieder andere (mis-)verstehen Karma als eine Form von Schicksal. »Das ist mein Karma« heißt für sie dann »das ist mein Schicksal«, letztlich also, da kann ich nichts machen. In der Tat ist aber Karma dynamisch und veränderlich.

Im Theravada und auch im Mahayana gibt es Sutren, die aufzeigen, dass Krankheit oder Tod nicht zwangsläufig durch das Reifen von Karma, also vergangene Handlungen, entstehen, sondern z.B. durch falsche Ernährung, verdorbene Nahrung oder weil man in ein Kriegsgebiet sich der Gefahr eines »vorzeitigen Todes« aussetzt. Solcher Art erzeugte Krankheiten oder vorzeitiger Tod, sind bloße Ursache- und Wirkungsmechanismen. Karma ist letztlich nur ein Faktor in einem umfassenden Netzwerk wechselseitiger Abhängigkeiten und Ursache- und Wirkungszusammenhänge.

An diesem Sonntag besteht die Möglichkeit, sich den Lehren des Buddha zu Karma und wechselseitig bedingtem Entstehen, den Unterschieden und wie sie zusammenwirken – oder was sie überhaupt im Einzelnen bedeuten – durch Zuhören, Diskussion und Meditation anzunähern.

Tenzin PeljorKursleiter: Mönch Tenzin Peljor wurde im Jahr 2006 von S.H. dem Dalai Lama zum Mönch ordiniert und im Jahr 2007 zum Residenzmönch von Bodhicharya durch Ringu Tulku Rinpoche berufen. Mit Buddhismus beschäftigt er sich seit 1995. Von 2008–2013 studierte er das »Masters Program« buddhistischer Studien in Italien, am Istituto Lama Tzong Khapa und setzt dort derzeit seine Studien fort. www.tenzinpeljor.de

Zeiten:
Sonntag: 10:30 – 13:00 & 15:00 – 18:00 Uhr mit gemeinsamen Mittagessen und Pausen

Ort: Meditationsraum 1 (M1)
Anmeldung: keine Anmeldung nötig
Beitrag: Dana-Prinzip
Poster: A3 Poster (PDF)

Mittagessen: Wir werden gemeinsam Mittag essen, so dass auch in der Pause Inhalte ausgetauscht und diskutiert werden können oder die Möglichkeit besteht, sich kennenzulernen. Für das Mittagessen bringt einfach ein bisschen etwas mit, das ihr gerne esst. Wir essen dann gemeinsam was wir vor Ort haben. Das Mitbringen ist nicht verbindlich und bisher war es immer ausreichend für alle.


Insgesamt wird es zwei Tagesseminare und einen Abendkurs zu Metta mit Bhikshu Tenzin Peljor geben: