SA 22.12.2018 | »Selbst & Nicht-Selbst, Selbstvertrauen, Wiedergeburt und Karma – Teil III« mit Tenzin Peljor

An diesem Samstag werden wir uns weiter vertiefend mit dem Thema Karma (Handlungen und deren Folgen) beschäftigen. Dies ist der dritte Zyklus einer Reihe zu den Themen »Selbst & Nicht-Selbst, Selbstvertrauen, Wiedergeburt und Karma.« Dieser Kurs kann unabhängig von den vorherigen Kursen, Teil 1 und Teil 2, besucht werden. Aufnahmen der beiden vorherigen Kursteile werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Am Anfang wird es eine kurze Zusammenfassung und Wiederholung geben.

Was hat es mit Karma im Buddhismus auf sich?

»Karma« ist ein Begriff aus dem Sanskrit und heißt übersetzt »Handlung«. Handlungen können auf geistiger, sprachlicher oder körperlicher Ebene, den sogenannten »drei Toren«, ausgeführt werden. Im 4. Kapitel des Abhidharmakosha erklärt Vasubandhu, ein indischer Meister aus dem 4. Jahrhundert, in Versform:

Die verschiedenen Welten werden durch Handlungen erzeugt.
Diese sind Absicht und das, was durch Absicht hervorgebracht wird.
Absicht ist geistige Handlung,
Das durch Absicht Hervorgebrachte sind Handlungen von Körper und Sprache.

Der mentale Faktor »Absicht« schafft Karma. Entscheidend für das Karma, das angesammelt wird, ist letztlich Absicht. Der mentale Faktor »Empfindung« erfährt das Reifen karmischer Handlungen in der Form angenehmer, unangenehmer oder neutraler Empfindungen.

Der Begriff Karma wird im Westen meist für die Resultate von Handlungen verwendet. Manchmal auch für die Eindrücke oder Potenziale, die Handlungen im Bewusstsein hinterlassen und die, wenn alle Bedingungen zusammenkommen, als »mein Karma« reifen. Wieder andere (mis-)verstehen Karma als eine Form von Schicksal. »Das ist mein Karma« heißt für sie dann »das ist mein Schicksal«, letztlich also, da kann ich nichts machen. In der Tat ist aber Karma dynamisch und veränderlich.

Im Theravada und auch im Mahayana gibt es Sutren, die aufzeigen, dass Krankheit oder Tod nicht zwangsläufig durch das Reifen von Karma, also vergangene Handlungen, entstehen, sondern z.B. durch falsche Ernährung, verdorbene Nahrung oder weil man in ein Kriegsgebiet sich der Gefahr eines »vorzeitigen Todes« aussetzt. Solcher Art erzeugte Krankheiten oder vorzeitiger Tod, sind bloße Ursache- und Wirkungsmechanismen. Karma ist letztlich nur ein Faktor in einem umfassenden Netzwerk wechselseitiger Abhängigkeiten und Ursache- und Wirkungszusammenhänge.

An diesem Sonntag besteht die Möglichkeit, sich den Lehren des Buddha zu Karma durch Zuhören, Diskussion und Meditation differenziert zu nähern.

Kursleiter: Mönch Tenzin Peljor wurde im Jahr 2006 von S.H. dem Dalai Lama zum Mönch ordiniert und im Jahr 2007 zum Residenzmönch von Bodhicharya durch Ringu Tulku Rinpoche berufen. Mit Buddhismus beschäftigt er sich seit 1995. Von 2008–2013 studierte er das »Masters Program« buddhistischer Studien in Italien, am Istituto Lama Tzong Khapa und setzt dort derzeit seine Studien fort. www.tenzinpeljor.de

Zeiten: Samstag | 10:30 – 13:00 & 15:00 – 18:00 Uhr mit gemeinsamen Mittagessen und Pausen
Anmeldung: keine Anmeldung nötig
Beitrag: Dana-Prinzip
Download: Poster A3 (PDF)

Mittagessen: Wir werden gemeinsam Mittag essen, so dass auch in der Pause Inhalte ausgetauscht und diskutiert werden können oder die Möglichkeit besteht, sich kennenzulernen. Für das Mittagessen bringt einfach ein bisschen etwas mit, das ihr gerne esst. Wir essen dann gemeinsam was wir vor Ort haben. Das Mitbringen ist nicht verbindlich und bisher war es immer ausreichend für alle.


Info: Einen Tag später bietet Tenzin ein Tagesseminar zum Thema „Shamatha & Metta“ an, Details unter diesem Link: SO 23.12.2018 Tageskurs zur Kultivierung von geistige Ruhe (Shamatha) & liebender Güte (Metta)